November 2021

Warum Hundekommunikation Aggression braucht

Hey ihr lieben Hundeeltern…. Jetzt bin ich mal wieder dran hier und hab mir heute zugegebenermaßen ein nicht ganz einfaches Thema ausgesucht.

 

Eigentlich ein Thema, was nach meinem Empfinden die Hundeeltern echt stresst, weil es mit Ängsten ums „Fellbaby“ zu tun hat. 

Ich versteh das ja auch… Klar, also ich will auch nicht, dass mir oder meinen Buddies hier was auf der Wiese passiert. Aber mal ehrlich, von euch als Zweibeinern fühl ich mich manchmal ein bisschen veralbert. Ich meine, ihr habt Gerichte, Richter, Anwälte, Sendungen im TV über Nachbarschaftsstreit und Co… und wir? Wir dürfen uns nicht mal schubsen, eine kleben oder an den Haaren ziehen? Ich weiß, dass wir grundsätzlich perfekte Wesen sind, aber so perfekt können auch wir nicht sein. Macht mal nen Punkt! Manchmal muss ich meinen Hundefreunden auch mal die Meinung sagen und klar machen: Bis hier hin und nicht weiter! Ich zieh hier eine Grenze, um meine Werte klar zu machen. Sorry, aber ich kann eben kein diplomatisches Gespräch im Salon führen. Ich nutze meinen Körper. 

 

Dabei will ich natürlich niemanden verletzen und das hat hier noch kaum ein Hund gewollt. Denn eine echte Verletzungsabsicht bei Hunden endet auf dem OP-Tisch und es gibt richtige große Wunden. Löcher von Zähnen zählen da nicht zu. Wir unterhalten uns nun mal mit dem Fang, da bleibt man auch mal hängen: Das ist wie Knieaufschlagen, in der Fachwelt ein sogenannter Kommentkampf. Ein Schaukampf mit viel heißer Luft und Lautstärke. Klingt also gefährlich, ist es aber nicht. Auch wenn das schwierig für euch auszuhalten ist. Selbst so schlaue Köpfe wie Dr. Feddersen-Petersen, die Verhaltensbiologin ist und sich ihr ganzes Leben mit Wölfen und Hunden beschäftigt hat, beschreibt ganz klar, dass Aggression ohne Verletzungsabsicht zum normalen Hundetalk dazu gehört. Es gibt keine soziale Struktur auf der Welt ohne Streit. 

 

Die Leute, die hier auf uns aufpassen…. Nun ja, eigentlich passen ja wir auf sie auf, aber das haben sie noch nicht geschnallt. Die sind ziemlich wach und unterbinden Überkommunikation und Übersprung echt gut. Darüber redet aber kaum einer: „Oh heute wieder gut eine Streiterei beendet.“ Es ist aber deren täglich Brot, Hunde einzuschätzen, sie zu fordern oder auch die Grenzen der Kommunikation klarzumachen. Wer es dennoch nicht schnallt, bekommt eben einen Maulkorb. Auch das ist kein Thema, sondern einfach eine Vorsichtsmaßnahme, die wir gerne temporär anwenden. Das heißt, die Leute hier schnallen die Dinger auch immer wieder ab, damit jeder seinen schönen Fang zeigen und als Ausdrucksmöglichkeit nutzen kann. Dennoch können die Menschen keine Garantie geben, außer ihr wollt, dass es nur Einzelhaltung gibt, ausschließlich Leine und keinen Hundekontakt. 

 

Jetzt aber mal ehrlich, ihr seid doch alle hier, weil die Hunde miteinander spielen, toben, sprechen und eben auch mal streiten dürfen, um so sicherer und gelassener im Alltag zu sein. Dazu testen wir natürlich auch mal Grenzen aus und Einige schlagen auch mal über die Strenge. Ist euch bestimmt auch schon mal passiert oder? Also schaltet mal die Helikopter aus und entspannt euch… keine Ahnung, was ihr dazu so macht, aber ich würde nen CBD-Keks knuspern.

 

Wir Hunde werden mit dieser Gruppenhaltung nämlich sicher und respektvoll miteinander. Wir lernen also wirklich was. Und zwar etwas, das ihr uns als Menschen leider nur bedingt beibringen könnt. Und jetzt stellt euch mal vor: Das Ergebnis könnte ja echt gut sein.

 

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